Kitchari – ayurvedisch „fasten“
Kitchari ist die ayurvedische Antwort auf Fasten. Es ist eine Mono-Diät, bei der es nicht um das Abnehmen geht. Es geht darum, mittels einer sehr leichten Mahlzeit die Verdauung zu entlasten und das Verdauungsfeuer wieder anzuheizen damit die Verdauung wieder rund läuft. Es kann helfen, die körperliche Balance der drei Doshas wieder herzustellen und dadurch Ama (Unverdautes) zu beseitigen.
Oft wird die Mono-Diät für drei Tage durchgeführt. Aber man kann sie theoretisch auch länger machen, sie etwas auf Jahreszeit und Ayurveda-Disbalance anpassen oder regelmäßig einen Kitchari-Entlastungstag einlegen.
Wenn du für mehrere Tage eine Kitchari-Diät durchführen möchtest, solltest du dich professionell begleiten lassen. Es kann sein, dass sich Symptome erst einmal verschlechtern und dann ist es gut, wenn du Unterstützung hast, die sich damit auskennt und dir mit Rat und Tat zur Seite steht.
Histaminintoleranz und Mungbohnen – wie verträgt sich das?
Bei Histamininotleranz wird eigentlich von Hülsenfrüchten wie Bohnen und lInsen abgeraten. Mungbohnen werden im Ayurveda allerdings als die bekömmlichste aller Hülsenfrüchte angesehen. Ob Mungbohnen bei Histaminintoleranz verträglich sind, dazu gibt es keine offiziellen Aussagen. Ich habe sie immer trotz Histaminintoleranz recht gut vertragen und weiß das auch von vielen Anderen. Jeder ist individuell – also probiere vorsichtig und in kleiner Menge (!) aus, ob du persönlich Mungbohnen verträgst oder nicht.
Als Vorbereitung ist dabei aber sehr wichtig, die Mungbohnen gut und möglichst lang einzuweichen (auch wenn dies laut der Packungsangabe nicht nötig ist) und danach gut abzuspülen. Das erhöht ihre Verträglichkeit durch Reduktion von sogenannten Anti-Nährstoffen wie Lektinen.
Proteine, Baby!
Mungbohnen und Reis sind die perfekte Kombination, wenn es um Proteine geht. Zusammen ergänzen sie sich so gut, dass alle essentiellen 9 Aminosäuren enthalten sind. Aminosäuren sind die Bestandteile von Proteinen, in die die Proteine während der Verdauung zerlegt werden. Der Körper benötigt viele verschiedene Aminosäuren, wovon 9 essentiell sind, nämlich die, die er nicht selbst herstellen kann.
Proteine sind so wichtig für den Köper, da die Aminosäuren als Bausteine für unsere körpereigenen Eiweiße herhalten. Das sind z.B. Hormone, Enzyme und natürlich auch Körpergewebe wie Muskeln, Haut, Haare und unsere Organe sowie unser Gehirn. Daher sind Proteine so wichtig für unseren Körper!

Kitchari – alles andere als fasten
Wenn du also eine Mono-Diät aus Kitchari machst, wird dein Körper mit allem versorgt, was er benötigt: Proteine, Kohlenhydrate, Fette. Dank Gemüse kommen auch die Vitamine und Mineralstoffe nicht zu kurz. Kitchari-Monodiät ist also eigentlich genau das Gegenteil von Fasten, allerdings mit einem änlichen Ziel: dem körperlichen Neustart und „entschlacken“.
Wie funktioniert also so ein Kitchari-Fasten? Du kannst das Kitchari morgens bis abends essen. Immer wenn du Hunger hast (egal ob es Zeit für deine nächste Mahlzeit wäre oder nicht), machst du dir ein Schälchen von dem Kitchari warm. Du kannst es dir auch ein einem Thermotopf unterwegs mitnehmen.
Du isst aber bei jeder Mahlzeit immer nur so viel, dass dein Hunger gestillt ist. Versuche langsam zu essen, gut zu kauen (auch wenn das Kitchari weich ist) und ohne Ablenkung (TV, Handy) zu essen. Nimm dir Zeit für dich und deine Mahlzeit.
Manche Menschen haben schon nach 2 oder 3 Stunden nach dem leichten Kitchari wieder Hunger, bei manchen hält es länger vor. Versuche auf dein Körpergefühl zu hören!
Kitchari mediterran?!
Dieses Rezept ist zur Abwechslung mal eine histaminarme Variante des indischen Klassikers mit mediterranen Kräutern. So hast du Kitchari sicherlich noch nicht gegessen! Die Gewürze geben dem Kitchari den Geschmack und unterstützen seine Wirkung.
Vielleicht verträgst du nicht alle Gewürze oder hast nicht alle zu Hause. Nimm erst einmal, was du verträgst und da hast. Etwas Entblähendes wie Kümmel, Fenchel oder Bohnenkraut sollte im Kitchari nicht fehlen, Kurkuma wirkt entzündungshemmend und ist daher auch immer eine Wohltat. Ansonsten kannst du auch einfach die Gewürze probieren, die du gerne magst und verträgst.
Zutaten
180g Mungdal
180g Basmatireis
2 EL Ghee (alternativ: Kokosöl oder Olivenöl)
1 TL Kurkuma
½ – 1TL Fenchelsamen (je nach Intensität des Fenchels)
½ Kümmel
1 TL Schwarzkümmelsamen
1 TL Bohnenkraut
1 TL Oregano
1 TL Thymian
1 TL Rosmarin
1 TL Liebstöckel (optional)
etwa 1,5 TL Steinsalz
Etwas schwarzer Pfeffer oder Pippali (langer Pfeffer), wenn verträglich
Heißes Wasser
2 dicke Scheiben Butternutkürbis ca. 400g
3-4 Blätter Chinakohl
Zubereitung
- Mungdal und Reis mindestens 2 Stunden, besser über Nacht, in Wasser einweichen. In einem Sieb gut abspülen und abtropfen.
- Ghee in einem großen Topf erhitzen. Kümmel und Fenchel, wenn gewünscht, mörsern. Ansonsten alle Gewürze in das Ghee geben und warten bis sie anfangen zu schäumen und duften. Schnell Mungdal und Reis hinzugeben und kurz anbraten.
- Wasser zugeben, gut verrühren und bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Immer wieder umrühren damit es nicht anbrennt und Wasser nachgeben (ähnlich wie beim Risotto).
- In der Zwischenzeit den Kürbis würfeln. Den dicken Teil vom Chinakohl den feinen Blattteil vom Chinakohl separat in Scheiben schneiden. Blätter von der Petersilie abtrennen und hacken. Petersilienstängel fein schneiden.
- Nach ca. 15 Minuten den Gewürfelten Kürbis und Petersilienstängel zugeben. Nach weiteren 5 Minuten die dicken Teile des Chinakohl zugeben, nach weiteren 5 Minuten die dünnen Blattteile vom Chinakohl.
- Nach insgesamt 30 Minuten Kochzeit ist das Kitchari fertig. Der Reis und die Mungbohnen sollten weich sein und letzteres ggf. sogar zerfallen. Das Gemüse sollte gar sein.
- Nun kannst du das Kitchari mit der Petersilie garnieren oder die Petersilie unterheben und so kurz garen, denn eigentlich sollte in einem Kitchari kein rohes Gemüse enthalten sein.
Tipp
- Du kannst das Kitchari morgens bis abends essen. Immer wenn du Hunger hast und immer nur so viel, dass dein Hunger gestillt ist. Manche Menschen haben schon nach 2 oder 3 Stunden wieder Hunger, bei manchen hält es länger vor. Versuche auf dein Körpergefühl zu hören!
- Mungdal (geschälte, halbierte Mungbohnen oder Mungobohnen) gibt es manchmal in Bioläden oder im Reformhaus zu kaufen. Alternativ im Asiamarkt (günstig, aber nicht bio).
- So viele Gewürze?! Vielleicht verträgst du nicht alle und hast nicht alles zu Hause. Nimm erst einmal, was du verträgst und da hast. Etwas Entblähendes wie Kümmel oder Bohnenkraut sollte im Kitchari nicht fehlen und Kurkuma wirkt enzündungshemmend. Die Gewürze geben dem Kitchari den Geschmack und unterstützen seine Wirkung.